Einige Schritte weiter und wir hatten das Ufer des den Botanischen Garten in einem großen Bogen umfließenden Mahaweli Oya erreicht, dessen gelbliche Fluten träge an uns vorüberströmten. Hier am Uferstreifen bestaunten wir einige riesige, aus Burma stammende Bambusstauden. Diese größte bekannte Bambusart wird bis zu 39 Meter hoch und die mit bis zu 30 cm pro Tag sehr schnell wachsenden Riesenstangen werden in ihrer Heimat für den Hausbau sowie als Wasserleitungen benutzt. Immer weiter am Fluss entlang wandernd, erreichten wir nun das auf einer Fläche von 20 Hektar etwa 10.000 Bäume umfassende Arboretum. Einige von ihnen sind mehr als 150 Jahre alt.
Ganz oben in den höchsten Ästen der ufernahen Bäume hingen unzählige Flughunde. Die meisten dieser nachtaktiven Verwandten der Fledermäuse schliefen, doch immer wieder entfalteten einige ihre Flughäute, um sich zu kratzen oder zu putzen. Fledermäuse (Microchiroptera) und Flughunde (Megachirpotera) gehören beide zur Ordnung der Fledertiere (Chiroptera), bilden aber jeweils eigene Unterordnungen mit diversen Familien. Der Grad ihrer Verwandschaft ist vergleichbar mit dem von z. B. Singvögeln und Greifvögeln. In Sri Lanka kommen alleine vier verschiedene Flughundarten vor, von denen zwei zur Familie der Langnasen-Flughunde (Pteropinae) gehören: Pteropus giganteus giganteus, der gemeine fliegende Fuchs und Rousettus seminudus, der fruchtfressende Ceylon-Flughund. Die anderen beiden sind Kurznasen-Flughunde (Cynopterinae): Cynopterus sphinx sphinx, der indische Kurznasen-Flughund und Cynopterus sphinx ceylonensis, der fruchtfressende Ceylon-Kurznasen-Flughund. Durchs Fernglas konnten wir die mit einem kuscheligen, braunen Fell und schwarzen, lederartigen Flügeln ausgestatteten Tiere ganz von Nahem betrachten.
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Hier im Aboretum, das in seinem östlichen Teil einen großen, äußerst artenreichen Palmengarten mit Palmen aus aller Welt beinhaltet, sahen wir noch mehrere Ficusbäume, die in dieser Gegend wohl generell riesig werden und so weit ausladend sind, dass sich manchmal 3-4 Meter vom Hauptstamm entfernt an bis zum Boden hinunterhängenden Ästen ein Zweitstamm bildet. Ein anderer, mittelgroßer Baum trug grüne, kugelrunde und mit schwarzen Stacheln versehene Früchte mit einem Durchmesser von etwa 10 cm - leider haben wir uns seinen Namen nicht gemerkt. An verschiedenen Stellen standen die uns bereits bekannten Jackfrucht-Bäume mit ihren direkt am Stamm wachsenden, riesigen Früchten.
Besonders beeindruckend fanden wir die Kanonenkugelbäume aus Guinea, deren braune, kugelrunde Früchte nicht nur in Größe und Aussehen einer Kanonenkugel ähnelten, sondern auch genauso hart waren. Ob die großen, rosafarbenen Blüten dieser Bäume stark dufteten, wie es in unserem Reiseführer stand, konnten wir leider nicht nachprüfen, denn sie saßen sehr hoch am Baum und befanden sich damit weit außerhalb unserer Reichweite. Oben auf einem 'Yellow Flam Tree' aus Südafrika saß eine bereits recht große Würgefeige, die den unter ihr lebenden Baum langsam immer mehr umschließen und schließlich ersticken würde.
Da es nun doch schon ziemlich spät war, machten wir uns auf den Rückweg, der uns zunächst durch die 1905 angepflanzte Königspalmenallee zur großen, runden Rasenfläche des 'Great Circle' führte. Genau wie vorhin im Blumengarten und auf dem 'Great Lawn' vor der riesigen Javaweide, sahen wir auch hier wieder viele einheimische Familien beim Picknick.
Der Hauptweg in Richtung Eingang durchquerte nun bald die 'Fernery', einen dschungelartig mit hohen Bäumen, Schlingpflanzen und dichtem, unter anderem aus Philodendron und Monstera Deliciosa, den großen, aus Mexico stammenden Fensterblättern bestehendem 'Gebüsch' bewachsenen Bereich. Dann erreichten wir wieder die von hübschen Blühpflanzen umstandene kleine Rasenfläche direkt am großen Eingangstor und gingen hinaus zu unserem drüben auf der anderen Straßenseite geparkten Minibus.
Es war jetzt kurz vor 17 Uhr und ganz wie versprochen, waren auch unsere neuen Kleider bereits geliefert worden. Während Goldi uns in Richtung Küste chauffierte, packten wir sie aus und bewunderten die geschickte Schnittführung und gute Verarbeitung. Auf der Heimfahrt herrschte teilweise recht starker Verkehr - es war Feierabendzeit und viele Menschen bevölkerten die sich an den Straßenrändern entlang reihenden Obst-, Gemüse- und Gewürzstände, um fürs Abendessen einzukaufen. In regelmäßigen Abständen sahen wir Rauch von kleinen Feuern aufsteigen - an diesen Garküchen wurde fertig zubereitetes Essen angeboten. Einmal staute sich der Verkehr um eine Unfallstelle herum. Alles ging ruhig und gesittet vonstatten: die Autos beider Fahrtrichtungen schlängelten sich an den beiden (wohl recht heftig) gegeneinander gestoßenen Minibussen vorbei und ein Polizist war dabei, den Blechschaden aufzunehmen. Dies sollte der einzige Unfall bleiben, den wir hier in Sri Lanka sahen.
Später hielten wir an einem Obststand, um einige der insgesamt 16 verschiedenen in Sri Lanka wachsenden Bananensorten zu probieren. Die verschiedenen roten Sorten schmeckten fast wie die bei uns bekannten, grünen Bananen, nur etwas süßer. Dagegen waren die kleinen gelblichen Sorten, von denen wir auch schon einige in unserem Strandhotel probiert hatten, sehr viel süßer - diese schmeckten uns am besten.
Etwa um 19:15 Uhr wurde es ziemlich schnell dunkel und wir beobachteten, dass lange nicht alle Fahrzeuge, die sich auf der Straße bewegten, auch beleuchtet waren. Nach langer Fahrt endlich in Waikkal angekommen, stellten wir fest, dass hier ein großes Fest stattfand. Gartenzäune und Straßen waren mit weißen Lichterketten geschmückt und sehr viele, meist weiß gekleidete Menschen waren auf den Straßen unterwegs. Goldi erklärte, dies sei ein christliches Fest - da dämmerte es uns: heute war der 15. August, Maria Himmelfahrt! Goldi bestätigte, ja, man feiere hier das Fest Maria Himmelfahrt und alle zögen aus diesem Anlass neue Kleider an. Er wolle nachher mit Anthony und seinen Kollegen auch noch hierher.
Mittlerweile waren wir an der ebenfalls über und über mit Lichterketten geschmückten Kirche angekommen und hielten kurz zum Fotografieren. Die Katholiken Sri Lankas hatten sich wohl ein Beispiel an den farbenfrohen Festen der Hindus und Buddhisten genommen und begingen die christlichen Feiertage ähnlich aufwendig. Die Stimmung hier war jedenfalls sehr gut, es gab Musik und alle waren fröhlich, lachten und scherzten miteinander. Schade, dass wir nicht noch ein wenig bleiben konnten, aber zum einen wollten wir Goldi nicht unnötig aufhalten und zum anderen waren wir auch ganz schön geschafft und freuten uns auf eine Dusche und einen geruhsamen Abend im Ranweli Hotel.
Beim Abendessen (heutiges Motto: 'International Buffet') trafen wir die anderen Hotelgäste, deren zweitägige Tour morgen früh starten sollte und die sich jetzt natürlich sehr dafür interessierten, wie unsere Reise gewesen war und was wir alles gesehen hatten. Auch nach dem Essen saßen wir noch bis weit nach Mitternacht mit ihnen und einigen anderen Gästen in der Lobby und unterhielten uns. Dann war es aber höchste Zeit, schlafen zu gehen - wir waren jedenfalls sehr müde und wunderten uns, dass die anderen auch so spät schlafen gingen, obwohl sie doch morgen in aller Frühe schon wieder aufstehen mussten.
Gegen 6:30 Uhr von ein paar sich lautstark auf unserem Dach balgenden Tieren, vermutlich Streifenhörnchen, geweckt, versuchte ich noch etwa eine Stunde lang vergeblich, wieder einzuschlafen. Kurz vor 9 Uhr waren dann alle mit der Morgentoilette fertig und wir gingen zum Frühstück. Die Guest Relation Managerin kam vorbei und fragte, ob alles zu unserer Zufriedenheit sei. Wir merkten an, dass das Essen insbesondere für unsere jüngste Mitreisende oftmals viel zu scharf gewürzt sei, woraufhin sie den gerade vorbeikommenden Küchenchef heranwinkte, der sehr freundlich sagte, wenn sie am Buffet nichts fände, was ihr schmecke, könne sie jederzeit bei einem der Kellner Pommes Frites oder Spaghetti bestellen.
Später setzten wir mit der Fähre hinüber aufs Festland, um bei Anthony die noch ausstehende zweite Hälfte des vereinbarten Reisepreises zu bezahlen. Am Parkplatz trafen wir auf Goldi, der mit seinem Minibus auf Hotelgäste wartete, die wie er sagte, 'eine kleine Tour' gebucht hatten. Anthony war in seinem Restaurant, nahm das Geld entgegen und fragte zwar, wie es uns gefallen habe, hörte aber bei unseren Erzählungen nur mit halbem Ohr hin. Zu unserer Beschwerde wegen der katastrophalen Zustände im Eden Garden Hotel bemerkte er nur, dass er ja hier an der Küste sitze und daher unmöglich wissen könne, wie die Hotels im Landesinneren seien. Auch dass das ursprünglich in Kandy vorgesehene Hotel ähnlich schlecht war und wir nur wegen des fehlenden Wassers ein besseres Hotel bekommen hatten, interessierte ihn nicht wirklich.
Wichtig war ihm nur, dass wir uns möglichst jetzt gleich auf eine weitere Reise festlegen sollten. Wegen des Blutegel-Erlebnisses in Kandy nahmen wir (leider) Abstand von unserem ursprünglichen Plan, einen ganzen Tag im Sinharaja Rainforest verbringen zu wollen. Anthony bot uns daher die bereits besprochene, nun auf eine Zweitagestour mit nur einer Übernachtung in Nurelia geschrumpfte Reise (die jedoch im Gegensatz zur gerade zurückgelegten Tour mit keinerlei teuren Eintrittsgeldern verbunden wäre) zu einem unserer Meinung nach immer noch recht hohen Preis an - natürlich mit einem Hotel von der Qualität des Kandy View, das sei klar. Aber wir wollten uns jetzt sowieso noch nicht festlegen sondern erst einmal ein paar faule Tage im Hotel verbringen. O.K. dann vielleicht ein Bootsausflug? Der sollte zwei Stunden dauern, aber keine Birdwatching-Tour sein, sondern größtenteils draußen auf dem indischen Ozean stattfinden. Auch das lehnten wir erst einmal ab.
Zurück im Hotel, verbrachten wir wie geplant den gesamten Rest des Tages am bzw. im Pool, aßen an der Poolbar zu Mittag, machten Strandspaziergänge, lasen ein wenig und trugen natürlich auch die Ereignisse des gestrigen Tages im Reisetagebuch nach. Dann zog ein mit großer Geschicklichkeit auf eine der Palmen im Hotelgarten kletternder Mann unsere Aufmerksamkeit auf sich. Es war ein Toddy-Zapfer, der nun über doppelte, zwischen den Palmkronen gespannte Seile von Baum zu Baum balancierte. In jeder Palmkrone schnitt er die Blüte der Palme neu an und fing den heraus rinnenden, milchigen Blütensaft mit einem Tontopf auf. Wieder unten auf dem Boden, füllte er den Saft in einen weiteren, an einer langen Schnur von einer der Palmen hängenden Tontopf, in dem dieser nun einige Tage fermentierte. Später würde der Topf abgenommen werden und sein Inhalt durch Zugabe von gelöstem Kalk und der Rinde des Kopalbaumes zu einem süßen Sirup verarbeitet, den man wie Honig verwenden kann. Wird Toddy in einer Destillerie weiter gebrannt, so entsteht daraus Arrak, ein wie Weinbrand schmeckender, in Sri Lanka sehr beliebter Schnaps.
Gegen 17 Uhr verließen wir das Hotelgelände in nördlicher Richtung, umgingen die hier zum Schutz vor der mächtigen Brandung aufgeschütteten Felsbrocken und spazierten am sich anschließenden, menschenleeren Strand entlang. Nur etwa 200 Meter hinter der Wasserlinie erstreckte sich ein schmaler Lagunenarm des Mangrovenkanalsystems. Zuerst sahen wir hier einen nahe am Ufer im Wasser stehenden weißen Reiher, dann fiel uns ein im Wasser schwimmender Waran auf, der aber schnell abdrehte, sobald er uns gesehen hatte. Weiterhin in der Nähe der Lagune entlang spazierend, sahen wir weitere Warane und erreichten dann auch die 'Schweinefarm', von der uns Goldi erzählt hatte. Wobei 'Farm' nicht wirklich zutreffend war, denn es handelte sich lediglich um einen oben offenen Holzverschlag, aus dem die Schweine frei ans Wasser herauslaufen konnten.
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In der Deckung einiger großer Felsbrocken fotografierten wir zahlreiche Warane, die heran schwammen, behäbig aus dem Wasser stiegen und den Schweinen ihr - wohl aus Hühnerteilen bestehendes - Futter streitig machten. Einige der Echsen versuchten sogar, in den Verschlag der Schweine hineinzugehen, trauten sich letztendlich dann aber doch nicht hinein. Mit der Zeit wurden wir mutiger und wagten uns hinter den Steinen hervor, blieben jedoch auf der Hut für den Fall, dass sich ein Waran zu weit in unsere Richtung bewegte, denn so schwerfällig sie auch wirken mochten; Warane können ziemlich schnell rennen. Wieder zurück im Hotel, saßen wir noch eine Weile am Pool und unterhielten uns mit einem anderen deutschen Urlauber. Dabei behielten wir unsere gerade gemachte Waran-Entdeckung schön für uns, denn erstens rechneten wir sowieso mit Unverständnis von Seiten der meisten anderen Hotelgäste (wie kann man nur Warane toll finden - igitt!) und zweitens wollten wir diesen Platz gerne wieder besuchen und je einsamer er blieb, desto besser!
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Das Abendessen stand heute unter dem Motto 'Italian Buffet'. Der Küchenchef hatte gesehen, dass eine unserer Mitreisenden die Buffets fotografierte und bediente sie anschließend persönlich bei der Suppe (normalerweise war hier Selbstbedienung). Eine der beiden täglich wechselnden Suppen war heute eine köstliche Minestrone. Als Hauptgerichte waren Cannelloni mit Hackfleischfüllung, gegrillte Schweinshaxe und Hähnchenpiccatta im Angebot; generell war das Essen heue abend nicht so scharf gewürzt. An einheimischen Speisen wurden wie bisher an jedem Tag, verschiedene Curries angeboten, von denen wir aber wegen der Schärfe von vorneherein die Finger ließen. Hoppers und diverse Gemüsegerichte waren jedoch sehr schmackhaft. Einer der Kellner fragte unsere jüngste Mitreisende, ob sie vielleicht ein Eis haben möchte - klar, sehr gerne. Zwischen Vanille und Schokolade entschied sie sich für Vanille, erhielt einen großen Eisbecher und befand diesen als sehr lecker.
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Genau wie gestern Abend gab es auch heute wieder Musik zum Essen. Diesmal spielte eine dreiköpfige Band namens 'Fernims' sowohl Lieder aus Sri Lanka als auch internationale Songs, wobei letztere ebenfalls leicht landestypisch angehaucht interpretiert wurden. Die Gruppe ging später von Tisch zu Tisch und spielte Wunschlieder - wir fragten nach einem typischen Sri Lanka Song und sie spielten ein sehr schönes Lied. Da uns ihre Musik sehr gut gefallen hatte, kauften wir später auch ihre (selbst gebrannte) CD mit 13 einheimischen Liedern, 2 Liedern in englischer und einem Lied in spanischer Sprache.
Nachdem wir am nächsten Morgen gemütlich gefrühstückt hatten, machten wir uns für einen Ausflug nach Negombo fertig. Wir hatten uns nämlich trotz aller Vorsicht vor der tropischen Sonne gestern doch ein wenig 'den Pelz verbrannt' und gedachten daher, selbige heute - soweit möglich - ein wenig zu meiden. Am Parkplatz hinter dem Fähranleger wartete Goldi mit seinem Minibus auf Fährgäste und willigte gern ein, uns für einige Stunden ins etwa 20 Autominuten entfernte Negombo zu fahren.
Das malerisch am Ende einer von vielen Inselchen besetzten Lagune gelegene Negombo mit seinen weiten, schönen Buchten gilt als lebhaftester Fischerort der Westküste und zählt immer noch zu den bekanntesten Badeorten Sri Lankas, wenngleich es auch in den letzten Jahren an Beliebtheit von diversen an der Südwestküste des Landes gelegenen Badeorten überholt wurde. Mit etwa 65.000 Einwohnern ist Negombo gleichzeitig eine der größten Städte Sri Lankas. Ursprünglich von Handel treibenden Arabern gegründet, machten die Portugiesen Negombo im 16. Jahrhundert zum Zentrum ihres Zimthandels, das natürlich auch entsprechend befestigt wurde. Etwa zur Mitte des 17. Jahrhunderts übernahmen die Holländer den Ort und bauten einen im Süden bis Colombo und im Norden bis Chilaw und Puttalam reichenden Kanal, der unter dem Namen 'Holländischer Kanal' noch heute genutzt wird. Im Jahre 1796 besetzten die Briten Negombo und zerstörten große Teile der Befestigungsanlagen. Die Stadt war lange Zeit ein Zentrum jesuitischer Missionarstätigkeit und noch heute ist mehr als die Hälfte ihrer Einwohner römisch-katholisch. In einem unserer Reiseführer stand gar, man nenne Negombo auch 'Little Rome of Sri Lanka'.
Wir hielten zunächst für einen kleinen Spaziergang am Hafen und dem sich anschließenden 'Dutch Canal' mit vielen malerischen Oruvas - den traditionellen, meist aus dem harten Holz der Jackfruchtbäume geschnitzten Segelbooten der Fischer Negombos, die wir auch schon draußen auf dem Meer vor unserem Hotel gesehen hatten. Kaum zu glauben, dass sich die Fischer mit diesen schmalen Auslegerbooten bis zu 50 Kilometer weit auf den indischen Ozean hinauswagen! Neben den Segelbooten lagen hier auch sehr viele schon recht betagte Motorschiffe, die zwar an allen Ecken und Enden rosteten, aber ansonsten noch völlig funktionstüchtig zu sein schienen.
Nun fuhren wir über die Lagunenbrücke hinüber nach Duwa Island, um uns dort auf dem größten der insgesamt drei Fischmärkte Negombos ein wenig umzusehen. Obwohl es bereits später Vormittag war und die Fischer den Großteil ihres nächtlichen Fanges längst verkauft hatten, war hier immer noch sehr viel los. Nach wie vor kamen Fischerboote an den Strand und die gesamte Familie eilte herbei, um die Fische aus den Netzen zu befreien. Auf großen Plastikplanen lagen unzählige kleinere Fische zum Trocknen in der Sonne, andere wurden gleich in großen Fässern in Salz eingelegt und wieder andere transportierte man in Körben zu den nur einige Meter entfernten Verkaufsständen, zwischen denen sich viele Kunden drängelten. Neben den unterschiedlichsten Fischen aller Größen waren auch diverse Arten von Krebsen und Krabben im Angebot. Auch hier waren wir wieder die einzigen westlichen Touristen inmitten vieler Einheimischer und vor allem unsere jüngste Mitreisende mit ihren langen blonden Locken zog viel Aufmerksamkeit auf sich. Die Atmosphäre war jedoch sehr angenehm, alle waren nett und freundlich. Ich hatte mich einmal zu lange mit dem Fotografieren eines Details aufgehalten und daher die anderen aus den Augen verloren. So sehr ich mich auch umschaute, sie blieben verschwunden. Als ich in die völlig falsche Richtung losmarschierte, rief mir einer der Männer an den Verkaufsständen und zeigte mir den richtigen Weg.
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An den Rand des Fischmarktes gliederte sich gleich ein Obst- und Gemüsemarkt an; außerdem stand hier der Wagen eines Eisverkäufers und auch ein Losverkäufer der in Sri Lanka äußerst beliebten Lotterie durchquerte mit seinem dreirädrigen Fahrrad die Reihen der Verkaufsstände. Nachdem wir noch eine exotische Obstsorte, kleine gelbe Palmfrüchte, probiert hatten, chauffierte Goldi uns ins Zentrum von Negombo. Wir machten einen Treffpunkt aus und begaben uns dann alleine auf Entdeckungs- und Shopping-Tour.