An einer Seite der Main Street beginnend, betraten wir fast alle der äußerst zahlreichen Stoffgeschäfte, um nach einem schilfgrünen Stoff zu schauen, aus dem wir uns Gardinen nähen lassen wollten. Leider gab es überall nur die vorgefertigten Saristoffe, die mit ihren standardisierten 1,14 m Breite für unser Vorhaben eigentlich zu schmal waren. Aber auch wenn wir uns damit arrangiert hätten, so war doch kein Stoff zu finden, der 'neutral' genug war. Selbst diejenigen, die uns inmitten der anderen, über und über mit goldenen oder silbernen Ornamenten versehenen Stoffe recht schlicht erschienen, waren für unser deutsches Zuhause noch immer viel zu orientalisch. Da wir nebenbei überall auch nach hübschen Stoffen für Kleider geschaut hatten, stellten wir schließlich fest, dass hier in Negombo die Preise zwar niedriger waren, wir aber auch keine Stoffe in ähnlicher Qualität wie die in Kandy gekauften bekommen hätten.
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Nachdem wir in einer von schwer bewaffneten Sicherheitsleuten bewachten Filiale der Bank of Ceylon Euro-Bargeld in Sri Lanka Rupien getauscht hatten (Kurs 124,40, also ähnlich wie am Flughafen), erstanden wir in einem Schuhgeschäft festlich glitzernde, schwarze Flip-Flops, die perfekt zu unseren neuen Kleidern passten. Auf der weiteren Wanderung durch die Geschäftsstraßen schauten wir auch in nahezu jedes Juweliergeschäft hinein, aber das Angebot bestand überwiegend aus Goldschmuck, eventuell noch mit Edelsteinen besetzt, aber Edelsteine als Kettenanhänger, so wie wir sie uns vorgestellt hatten, waren nirgends im Angebot. Schließlich erstanden wir noch einige Sets von kleinen Holzelefanten und eine hübsche Kokosvase, dann wanderten wir im Bazar durch die engen Gassen zwischen den überwiegend Kleidung anbietenden Ständen, wo wir noch 4 identische blaue T-Shirts mit aufgedruckten weißen Elefantenkonturen kauften. Bei einem Juwelier am Rande des Bazarbezirks fanden sich völlig unerwartet doch noch die gesuchten Edelsteinanhänger und wenig später waren wir stolze Besitzer von silbernen Ketten mit funkelnden Granat-Anhängern.
Gegen 17 Uhr zurück im Ranweli Hotel, machten wir einen Spaziergang zu der Schweinefarm nördlich der Hotelanlage. Gestern waren wir etwa zur gleichen Zeit dort gewesen und hofften nun, dass auch heute wieder genügend die Warane anlockendes Schweinefutter vorhanden war. Doch leider lag ein Boot auf dem Strand direkt hinter dem Hotel und einige Männer hielten sich in einer ein Stück entfernten Bretterbude auf. Als sie uns sahen, kamen zwei der Männer auf uns zu und wollten uns dazu bewegen, mit zu ihrem 'Laden' zu gehen, was wir aber ablehnten, so dass sie uns auch bald in Ruhe ließen.
Unser Ziel war noch ein ganzes Stück entfernt, aber ein kleiner Junge lief parallel zu uns, die wir direkt am Wasser entlang schlenderten, von der Bretterbude bis zur Schweinefarm vor uns her und rief, dort angekommen 'no photo', 'no photo', wozu er noch mit einem Stock auf die Bretter der Wände und auf den Zaun schlug, was natürlich die beiden Warane, die dort Schweinefutter gefressen hatten, endgültig vertrieb. Wir taten die ganze Zeit so, als beachteten wir den Jungen gar nicht und wanderten jetzt noch ein ganzes Stück am Strand entlang in Richtung des Dolphin-Hotels, sammelten ein paar Muscheln und hofften, nachdem der Junge an der Schweinefarm zurückgeblieben war, weiter hinten an der Lagune vielleicht doch noch Warane zu sehen. Leider ließ sich aber auch dort kein Waran blicken, so dass wir uns mit den zahlreichen Vögeln begnügen mussten. Dann spazierten wir noch am momentan geschlossenen Dolphin-Hotel entlang, in dem gerade umfangreiche Umbauarbeiten im Gange waren und kehrten schließlich, wieder am Strand entlang, in unser Hotel zurück.
Obwohl das heutige Abendessen unter dem Motto 'Flambe Night' stand, wurde gar nichts flambiert. Auch diesmal waren wieder einige sehr gut zubereitete Speisen im Angebot, die nicht so scharf waren, darunter klasse Fetuchine mit Shrimps und an einem extra dafür aufgebauten Stand bekam man frittierte Bananen mit Ahornsirup - lecker! Gegen 21:20 Uhr fuhren wir mit dem Floß hinüber zu Anthonys Restaurant, wo wir uns mit Goldi auf einen Drink verabredet hatten. Nachdem wir das Lokal tagsüber immer leer erlebt hatten, waren wir jetzt erstaunt, dass auch abends hier nicht viel los war. Später kamen noch die anderen Hotelgäste, mit denen zusammen wir Anthonys Waran-Bootsfahrt unternommen hatten. Sie waren heute Abend von ihrem zweitägigen Ausflug zurückgekehrt und zahlten nun die zweite Hälfte ihres Reisepreises. Wir blieben noch erheblich länger als sie, verbrachten einen sehr netten Abend mit Goldi und kehrten erst gegen 0:15 Uhr mit dem Floß zurück ins Hotel, wo wir dann aber auch gleich schlafen gingen.
Am nächsten Morgen waren zwei von uns bereits um 7:30 Uhr am Strand und sammelten Muscheln, die anderen beiden schliefen bis 9:15 Uhr, wodurch wir entsprechend spät zum Frühstück erschienen. Heute bedauerten wir zum ersten Mal, dass die Buffets nach 10 Uhr langsam abgeräumt wurden und wir uns daher diesmal nicht die gewohnte Zeit zu mehreren Tassen Tee und wohldosierten Frühstückshäppchen lassen konnten. Eine Dame aus der gestern Abend zurückgekehrten Reisegruppe setzte sich zu uns, zeigte ihre Fotos und erzählte von ihren Eindrücken der Reise. Alle von ihnen besuchten Orte hatten wir ebenfalls gesehen und auch die Fotos ähnelten mehr oder weniger den unseren. Allerdings waren sie nicht nur mit einem Fahrer, sondern mit Fahrer und Reiseleiter unterwegs gewesen. Letzterer hatte sich natürlich voll und ganz auf die Reisenden konzentrieren können und ihnen sehr viel über Land und Leute erzählt. Sie hatten z. B. den Inhalt ihrer Frühstückspakete in einem hübschen Restaurant verzehrt und dazu Tee serviert bekommen, während wir unterwegs im Minibus gegessen und dazu nur Wasser getrunken hatten. Und ihre einzige Übernachtung hatte in Kandy im 'Thilanka' stattgefunden - die Fotos aus diesem recht luxuriösen Hotel konnten wir nur neidvoll bestaunen!
Den Tag verbrachten wir wieder in der Hotelanlage, am Strand bzw. auf (fotografischer) Schmetterlingsjagd drüben auf dem Festland. Während des Vormittags gab es einmal einen nur etwa 10 Minuten andauernden, aber recht heftigen Regenschauer. Das Mittagessen nahmen wir wieder an der Poolbar ein - die Sandwiches hier waren wirklich sehr gut. Am späten Nachmittag schauten wir noch einmal am Strand nördlich des Hotels vorbei, aber leider war auch heute wieder das Boot auf den Strand gezogen, dessen Insassen an ihrem 'Shop' herumwerkelten. Der Junge war zwar von hier aus nicht zu sehen, aber wir gingen trotzdem erst gar nicht hinüber. Schließlich gab es ja auch genügend interessante Tiere auf dem Hotelgelände zu entdecken - man musste nur genau hinschauen.
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Beim Abendessen war heute wieder 'Sri Lankan Night', genau wie am Tag unserer Ankunft. Und genau wie letzte Woche waren auch diesmal die meisten Gerichte ziemlich scharf gewürzt. Der Schwerpunkt lag hauptsächlich bei Curries mit Fleisch oder Fisch. Wir begnügten uns mit Reis und Salat, auch die ein wenig wie gewürzte Pfannkuchen schmeckenden Hoppers und die in zwei Varianten angebotenen Roti, kleine runde Küchlein, die flachen Brötchen ähnelten sowie manche Gemüsearten konnten wir essen.
Später fuhren wir mit der Fähre hinüber zu Anthony, um die schon letzte Woche angesprochene, zweitägige Fahrt ins Hochland zu vereinbaren. Diesmal wollten wir in Nuwara Eliya übernachten und Anthony versicherte uns, wir bekämen diesmal ein ordentliches Hotel. Losgehen sollte es gleich morgen früh und fahren sollte uns wieder Goldi, mit dem wir sehr zufrieden waren.
Zurück im Hotel, bestellten wir an der Rezeption Breakfirst- und Lunch-Pakete für morgen früh. In der Lobby lief bereits eine Kandy-Dance-Veranstaltung. Wir setzten uns dazu und machten auch noch einige Fotos. Die Truppe war im Vergleich zu den Tänzern, die wir in Kandy gesehen hatten, erheblich kleiner, machte ihre Sache jedoch ganz gut. Neben einigen nahezu identischen Tänzen sahen wir hier auch den einen oder anderen Tanz, der in Kandy nicht aufgeführt worden war. Um 22:30 Uhr war die Veranstaltung zu Ende und wir gingen direkt auf unsere Zimmer, um zu packen, die Speicherkarten aufs X-Drive zu laden und alle Akkus zum Laden einzustecken. Gegen 23:45 Uhr war dann auch die letzte Tagebucheintragung beendet.
Früh um 5:20 Uhr hieß es aufstehen - alle kamen sehr gut 'aus den Federn' und der Wake-up-Call in Form des an die Türen klopfenden Hotelmitarbeiters traf uns schon halbwegs fertig angezogen an. Kurz nach 6 Uhr waren wir beim Frühstück mit Tee, Toast, Brötchen und Marmelade. Anders als beim vorigen Ausflug bekamen wir - mit der Begründung, dass wir ja gerade frühstücken würden - diesmal nur 4 Lunchpakete und 4 Flaschen Wasser mitgegeben. Nun schnell zur Fähre und zum Parkplatz hinübergeschippert, wo Goldi schon mit seinem Minibus auf uns wartete. Kurz nach 6:30 Uhr ging es los, wir fuhren die uns schon bekannte Strecke nach Kandy, wo wir um 9:45 Uhr am Senani Silk House, in dem wir unsere Kleider hatten nähen lassen, ankamen.
Wir hatten nämlich leider einige Reklamationen, die die Mädchen mit größter Freundlichkeit aufnahmen und behoben. An einer Bluse wurden die Ärmel im Nullkommanichts etwas weiter gemacht und da an den ein wenig zu engen Röcken der anderen beiden Kleider nichts mehr geändert werden konnte, wurden flugs zwei neue Stoffe herausgesucht, die Maße nochmals neu genommen und wir erhielten das Versprechen, dass die beiden neuen Kleider in zwei Stunden fertig seien.
Die Wartezeit bis dahin verbrachten wir im ein kleines Stück weiter bergab gelegenen 'Royal Park', einer terrassenartig angelegten Parkanlage, in der wir sehr viele schöne Blumen, Vögel und Schmetterlinge fotografierten. Auch der Ausblick auf den Zahntempel, den Kandy Lake und die Gebäude an den umliegenden Hügeln waren von hier aus viel schöner als vom Aussichtspunkt weiter oben, an den uns Goldi neulich gefahren hatte. Außer uns waren in dem von hohen, alten Bäumen beschatteten Park nur einige den Großteil der Bänke besetzende Liebespaare, die sich kaum trauten, sich zu umarmen und meist nur schüchtern Händchen hielten.
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Als wir gerade wieder in unseren Minibus steigen wollten, kam ein Arbeitselefant die Straße entlang - auch hier in Kandy ein gewohntes Straßenbild. Im Senani Silk House wurden die neuen Kleider anprobiert, für schön und jetzt auch passend befunden. Nach einem herzlichen Abschied verließen wir Kandy in Richtung Peradeniya, wo wir dann auf die A 5 in Richtung des von hier aus noch 76 Kilometer entfernten Nuwara Eliya abbogen. Zunächst war die Gegend noch flach und wir kamen immer wieder durch Dörfer und kleine Städtchen. Auch hier begegneten wir mehreren Arbeitselefanten, die mit ihren Mahouts auf der Straße unterwegs waren. Nach einiger Zeit wandelte sich das Bild. Die Straße stieg merklich an und schlängelte sich schon bald in Serpentinen bergauf. Zwischen den immer höher werdenden Hügeln, die sich langsam aber sicher zu Bergen wandelten, fuhren wir zunächst noch durch und später dann in luftiger Höhe über immer schmäler werdenden Tälern; eine ganz andere, aber sehr schöne Landschaft.
An der ziemlich schmalen Bergstraße fanden momentan an vielen Stellen umfangreiche, mitunter sehr stark staubende Bauarbeiten zur Verbreiterung der Fahrbahn statt. Vereinzelte Bagger und diverse Arbeiter mit Pickeln und Schaufeln trugen an der Bergseite einen etwa 3-4 Meter breiten Streifen Erde und Steine ab. An diesen oftmals mehrere Kilometer langen Stellen leiteten mit Walkie-Talkies ausgerüstete Mitarbeiter den recht dichten Straßenverkehr einspurig vorbei. Strategisch über die Strecke verteilt, hatten sie den vollen Überblick über Autos, LKWs, Minibusse, Tuk-Tuks und Motorräder. Mit ihren runden Schildern, auf deren einer Seite 'Stop' und auf der anderen 'Go' stand, konnten sie äußerst flexibel auf die jeweilige Verkehrssituation reagieren und waren damit erheblich effektiver als die bei uns üblichen Baustellenampeln.
Unsere Fahrt gestaltete sich durch diese Baustellen recht anstrengend, denn zum einen wurden wir auf der unebenen, von Schlaglöchern förmlich übersäten Fahrbahn und bei den zahlreichen ruckartigen Manövern, mit denen Goldi versuchte, die schlimmsten Schlaglöcher zu umfahren, im Minibus ziemlich durchgeschaukelt. Hinzu kamen der aufgewühlte Staub und die Abgase der vielen Fahrzeuge, aus deren Auspuffrohren bei jedem Anfahren und jedem Gasgeben riesige schwarze Wolken hervorgestoßen wurden.
Doch die uns umgebende Landschaft entschädigte durch ihre Schönheit und völlige Andersartigkeit als die bisher in Sri Lanka durchquerten Gegenden für diese Unannehmlichkeiten. Mit zunehmender Höhe waren Wälder und Gebüsch immer mehr Teefeldern gewichen, vor deren hellgrünen, nur noch von wenigen hohen Bäumen beschatteten Flächen sich die vereinzelt stehenden, wunderschön blühenden Tulpenbäume abhoben. Auf einigen Teefeldern bemerkten wir schon von weitem bunte Tupfen, die sich aus der Nähe dann als Teepflückerinnen bei der Arbeit herausstellten. Das Foto links entstand aus dem fahrenden Minibus durch die leider nicht sehr saubere Seitenscheibe. Hier und da sahen wir jetzt auch schon von den Bergen herunterkommende Wasserfälle.
In Katikutula bogen wir zur Glenloch-Teafactory ab, in der wir eine eigene Führung - in sehr 'englischem' Deutsch - entlang der einzelnen Verarbeitungsschritte des in der Umgebung wachsenden Hochlandtees erhielten. Nach der Kolonialisierung durch die Briten wurde ab der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts im damaligen Ceylon zunächst erfolgreich Kaffee angebaut, doch eine Rostpilzseuche vernichtete um 1865 nicht nur die Kaffeesträucher Sri Lankas, sondern breitete sich von hier aus auch in alle Welt aus. Die in der Plantagenwirtschaft erfahrenen Briten brachten nun Tee, Gummibäume und Kokospalmen auf die Insel und schon bald zeigte sich, dass das 1.500 bis 2.000 Meter über dem Meeresspiegel gelegene Hochland mit seinem warmen Klima (Tee benötigt eine mittlere Tagestemperatur von etwa 24 Grad), genügend Niederschlägen und den Hanglagen, in denen das Regenwasser schnell versickert oder aber abläuft und so keine stauende Nässe bilden kann, ideale Bedingungen für den Teeanbau bot. Ende des 19. Jahrhunderts holten die Briten etwa 700.000 südindische Tamilen als billige Arbeitskräfte auf die Plantagen. Ihre Nachfahren arbeiten auch heute noch auf den 1975 verstaatlichten Teeplantagen und verrichten eine schwere, schlecht bezahlte Arbeit.
Je nach Höhenlage des Anbaugebietes unterscheidet man 'High grown'-Tee bester Qualität (im Hochland zwischen 1.400 und 2.250 m: Region Nuwara Eliya, Hatton, Bandarawella, Haputale) 'Middle grown'-Tee mittlerer Qualität (im Mittelgebirge zwischen 600 und 1.400 m: Region Kandy, Kegalla, Matala, Rakwana, Uva) und 'Low grown'-Tee minderer Qualität (im Tiefland um Galle, Matara, Ratnapura, Balangoda und im Kelani Valley). Hochlandtees machen etwa 40%, Berglandtees 60% und Tieflandtees 25% der gesamten Teeproduktion Sri Lankas aus.
Die unter natürlichen Bedingungen bis zu 10 Meter hoch wachsenden Teesträucher werden durch regelmäßiges Zurückschneiden klein gehalten, damit sie einfach zu bepflücken sind und ihre Kraft in die jungen Triebe geht. Hier im Hochland können die Teesträucher etwa alle 3 bis 4 Wochen abgeerntet werden, in tieferen Lagen wächst der Tee schneller und der Pflückrhythmus ist entsprechend kürzer. Die als Pflückerinnen beschäftigten Tamilenfrauen arbeiten meist im Akkord: sie zupfen die obersten zwei Blätter und die Knospe der jungen Triebe ab ('two leaves and the bud') und werfen sie über die Schulter in einen Korb oder großen Plastiksack, den sie mittels eines Stirnbandes am Kopf befestigt haben. Bis zu 25 Kilo Teeblätter bekommt jede so täglich zusammen. Um nicht von den harten Ästen der eng aneinander stehenden Teebüsche verletzt zu werden, haben sie sich bis zum Knöchel reichende Plastikplanen um den Leib gebunden. In der Hand tragen sie einen langen Stock, den sie immer wieder waagerecht oben auf die Teebüsche legen, um zu kontrollieren, ob sie diese auch gleichmäßig abgepflückt haben.
In der Teefabrik angekommen, werden die grünen Blätter von Arbeiterinnen auf verschiedenen Rosten ausgebreitet, auf denen sie unter Einsatz von Heißluft getrocknet und dabei mehrmals von Hand gewendet werden. Dieser Trockenvorgang dauert normalerweise 10 bis 12 Stunden, verlängert sich in der feuchten Luft der Regenzeit jedoch um nochmals etwa 6 Stunden. Dann kommen die auf diese Weise um die Hälfte ihres Gewichtes erleichterten Teeblätter in eine Maschine, die die Blätter 'rollt'. Bei diesem Vorgang zerquetschen gegeneinander reibende, mit Riffeln versehene Scheiben die Blätter in kleinste Teile, um den eingeschlossenen Pflanzensaft freizusetzen, was den Prozess der Fermentierung in Gang setzt.
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Nun wird die Masse auf langen Tischen etwa 3 bis 4 cm hoch aufgeschichtet und mehrere Stunden lang fermentiert. Die Gerbsäure des Tees oxydiert und die Blätter verfärben sich rotbraun. In dieser Phase der Teeproduktion entwickelt sich das Aroma und die natürlichen Bitterstoffe werden gemildert. Die Kunst der Fermentierung besteht darin, ein ausgewogenes Verhältnis aus Frischluftzufuhr, Temperatur und Luftfeuchtigkeit (die mittels Wasserzerstäubern geregelt wird) herzustellen und - last but not least - den richtigen Zeitpunkt zum Beenden der Fermentierung und dem Beginn des Röstens zu erkennen. Zum Rösten kommen die Teekrümel in einen Trockenofen, der ihnen bei 85 bis 105 Grad Celsius in etwa 20 Minuten fast die gesamte Feuchtigkeit entzieht. Danach transportieren Bänder sie durch verschiedene Siebe und trennen so den Tee nach Größe und Gewicht.